Verein der Freunde des Rhododendronparks - Bremen

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1904 stellte der Kaufmann Franz  Schütte ein Grundstück von 4,2 ha am  Osterdeich auf 25 Jahre zur Anlage eines Botanischen Gartens zur Verfügung. Er wur­de angelegt vom jungen Botaniker Georg Bitter und dem Schweizer Gärtner Ernst Nußbaumer. 1905 wurde er eröffnet und war in seiner Qualität überregional anerkannt. Im 1. Weltkrieg stagnierte die Entwicklung, 1923 übernahm der Bremer Staat die Betriebskosten. Bitter ging als Ordinarius an die Universität Göttingen, Ernst Nußbaumer führte das Werk fort. Der botanische Garten befand sich bis 1935 am Osterdeich; 1937 wurde er neben den Rhododendronpark verlegt, der Ausbau wurde dort aber erst 1949/51 abgeschlossen. (1)

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Der Botanische Garten am Osterdeich 1905 (2)

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Franz Schütte(1)

Franz Ernst Schütte (21.11.1836 - 2.1911). Sohn eines Kaufmanns , ging bei einer Tabakfirma in die Lehre und war dann mehrere Jahre in den USA. 1861 trat er in das Geschäft seines Vaters ein. Nach dem Tod des Vaters trat auch dessen jüngerer Sohn Carl in die Firma ein, die vor allem Warenhandel mit den USA trieb. Die Brüder verlegten sich immer mehr auf den Handel mit Erdöl.  Seit den 1880er Jahren wurden Tankschiffe eingesetzt, die das Erdöl beförderten. Seit 1890 erfolgte ein Zusammenschluss mit Rockefellers Standard Oil Company. 

 Der Sitz der Firma war Bremen. 1904 wurden sämtliche Aktien durch die Standard Oil Company übernommen und der Sitz der Firma wurde nach Hamburg verlegt.Schütte war 1879-1885 und 1887-1901 Mitglied der Handelskammer, zudem 1867-78 Mitglied der Bürgerschaft und arbeitete in wirtschaftlichen Reichskommissionen mit. Sein bedeutender Reichtum ermöglichte ihm ein großzügiges Mäzenatentum. Vor allem profitierten die Restaurierung des Doms, der Bürgerpark und der Stadtwald davon. Er schenkte der Stadt auch den botanischen Garten und mehrere Denkmäler. Beim "Bremer Vulkan" in Vegesack war er Vorsitzender des Aufsichtsrats, zudem bei der Gründung der Bremen-Vegesacker Fischereigesellschaft beteiligt. 1905 wurde er Vorsitzender des Aufsichtsrates m der Dampfschifffahrtsgesellschaft "Argo", ebenso 1902 in der Fruchthandelsgesellschaft m.b.H. Auch an den beiden bremischen Schleppschiffahrtsgesellschaften war Franz Schütte beteiligt. Er gehörte zu den größten Unternehmerpersönlichkeiten Bremens in der Gründerzeit. (1)
Georg Bitter (13.8.1873 -30.7.1927), Botaniker und Universitätsprofessor. Georg Bitter war der Sohn eines Getreidemaklers und machte 1893 sein Abitur am Bremer Gymnasium. Er studierte Botanik in Jena, Leipzig und München. 1896 promovierte er in Kiel, arbeitete dann in Berlin und Neapel sowie seit 1899 als Assistent in Münster. Seit 1904 richtete er den von Franz Schütte gestifteten Botanischen Garten am Osterdeich/Herzberger Straße ein. 1913 erhielt er vom Senat den Professorentitel und war im Kriege Landsturmmann. Nach dem Kriege ging er als Ordinarius für Botanik an die Universität Göttingen. (1)

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Bitter, Nußbaumer, Schütte (2)

Quellen:
(1) Herbert Schwarzwälder
Das Große Bremen-Lexikon
1014 S., ca. 1300 Abb., 2 Bde.
ISBN 3-86108-693-X
2. Auflage 2003
http://www.edition-temmen.de/index.php?id=47&prod=729&pid=48
(2) Archiv Rododendronpark Bremen
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